Aspekte zur Versorgung mit Medikamenten und die aktuelle Studienlage waren Themen des medizinischen Fachvortrags beim aktuellen Vereinstreffens des Forums für Parkinson und Bewegungsstörungen. Referent im Monat März war Privatdozent und Apotheker Dr. Olaf Rose aus Burgsteinfurt.

Michael Bartsch und Hagen Libeau vom Vorstand moderierten die Veranstaltung, die sich zunächst mit Vereinsnachrichten befasste. Die Parkinson-Tischtennisgruppe unter dem Dach des Turnerbunds Burgsteinfurt ist gut aufgestellt, kann aber noch weitere Mitglieder aufnehmen. Trainingstermine liegen an jedem Montag von 15 Uhr bis 16.30 Uhr in der Kreissporthalle an der Liedekerker Straße aus. Ausgenommen sind Feiertage und Schulferien in NRW: Ansprechpartner: Klaus Harrach unter 02551-4439 und Erwin Hollekamp, 0175 – 53 34 718 oder 02552 – 98023.

Christa Melzer und Heinz Trindeitmar werden im Namen des Forums vom 16. bis 18. April am Deutschen Kongress für Parkinson und Bewegungsstörungen in der Kongresshalle am Zoo Leipzig teilnehmen.

Am Mittwoch, 8. April, steht die diesjährige Mitgliederversammlung des Forums für Parkinson und Bewegungsstörungen auf dem Programm. Ort ist um 15 Uhr die Gaststätte Börger in Borghorst. Zur Tagesordnung gehören Vorstandswahlen der Positionen: 1. Vorsitzender /1. Vorsitzende, 1 und 2 stellvertretender/stellvertretende Vorsitzender / Vorsitzende und möglichweise die Wahl eines/einer Schriftführers/Schriftführerin. In diesem Zusammenhang wird noch einmal darauf hingewiesen, dass eine Person willkommen ist, die bereit wäre, den Vorsitz zu übernehmen. Vorkenntnisse sind keine Voraussetzung, eine tatkräftige Unterstützung durch die weiteren Vorstandsmitglieder ist selbstverständlich. Benötigt wird auch ein Stellvertreter für Michael Bartsch, der für die Kommunikationstechnik zuständig ist.

Dr. rer. nat. Olaf Rose machte darauf aufmerksam, dass es einen bundeseinheitlichen Medikationsplan gibt, der bei Apotheken kostenfrei angefordert werden kann. Es ist eine strukturierte Übersicht aller verordneten und rezeptfreien Medikamente, die ein Patient einnimmt. Der Plan erlaubt einen Überblick und verringert das Risiko von Einnahmefehlern.

Außerdem hat jeder einmal jährlich Anspruch auf eine Medikationsanalyse in der Apotheke, die von Krankenkassen gezahlt wird. Hierbei werden die gesamten Arzneimitteltherapien eines Patienten unter die Lupe genommen. So können falsche Anwendungen, vermeidbare Nebenwirkungen, Doppelverordnungen, überflüssige Medikation und mehr aufgedeckt werden.

Dr. Rose ging auf das Teilen von Tabletten ein, das zum Teil problematisch ist. Gemeint ist, Tabletten in zwei oder mehr Teile aufzusplitten, weil beispielsweise keine passende Stärke zur Verfügung steht, die Dosierung häufiger angepasst werden muss oder das Schlucken erleichtert werden soll. „Teure Tabletten werden zweimal häufiger geteilt als andere“, so der Experte. Es gibt jedoch Arzneimittel, die nicht geteilt werden dürfen. So zum Beispiel, wenn sie magensaftresistent sind oder weil ihre Wirkstofffreisetzung gewollt verzögert wird. Das wird durch einen Überzug erreicht, der nicht durch Teilung zerstört werden darf. Ebenso unteilbar sind retardierende Filmtabletten, Matrixtabletten, Manteltabletten, Kapseln und Dragees. Manche Kerben in Tabletten signalisieren, dass sie an dieser Stelle geteilt werden dürfen. „Doch Vorsicht“, sagt Dr. Rose, „es gibt auch Medikamente mit Schmuckkerben, die einfach nur der Optik dienen.“ Meist kann der Nutzer nicht auseinanderhalten, ob Tabletten mit Schmuckkerben oder echten Bruchkerben versehen sind. Dann sollte nachgefragt werden.

Dr. Olaf Rose

von links, Dr. Olaf Rose (Referent), Margret Hartwig (Pressewartin) sowie Hagen Libeau und Michael Bartsch (Vorstand).

Die Aufmerksamkeit des Publikums war dem Referenten gewiss.

Das auf den Vortrag konzentrierte Publikum.

Besteht die Möglichkeit einer Teilung, so ist das mit der Hand zu bewerkstelligen, manchmal allerdings besser mit Hilfsmitteln wie einem Besteckmesser oder speziellen Tablettenteilern.

„Das Mörsern ist sozusagen eine Steigerung des Tablettenteilens“ so Dr. Rose. Bei Schluckschwierigkeiten wird das Zerstampfen öfter bevorzugt, es ist aber nicht immer unproblematisch und sollte mit dem Apotheker besprochen werden. „Zu neuen Parkinson-Medikamenten gibt es momentan nicht viel zu sagen“, so Dr. Rose auf Anfrage. Es werde derzeit zwar viel an neuen Applikationswegen geforscht, die besten Ergebnisse kann man aber erzielen, wenn man sich in die Hände von Experten begibt und die bestehenden Möglichkeiten ausschöpft.

(Text und Fotos: Rainer Nix)