Silvia Strauch referierte über chinesische Sichtweise auf die Parkinson-Erkrankung.
Am 25. Februar stand in der Gaststätte Börger, Borghorst, das aktuelle Vereinstreffen des Forum für Parkinson und Bewegungsstörungen e.V., zu dem auch Mitglieder aus Warendorf und Umgebung gehören, auf dem Programm. Die Mitgliederzahl wächst weiter und liegt bei 520, nachdem es im Februar wieder vier Neuaufnahmen gab. Die neu ins Leben gerufene Tischtennisgruppe erfreut sich wachsender Beliebtheit. Sie umfasste beim ersten Schnuppertermin im Januar 20 Sportinteressierte, zehn weitere haben mittlerweile ihr Interesse bekundet. Darüber informierte Michael Bartsch vom Vorstand, der das Forum zurzeit gemeinsam mit Hagen Libeau leitet. Trainingstermine sind jeden Montag jeweils von 15:00 bis 16:30 Uhr, außer an Feiertagen oder während der Schulferien, in der Kreissporthalle an der Liedekerker Straße in Burgsteinfurt. Ansprechpartner sind Erwin Hollekamp Tel. 0175-5334718 oder 02552-98023 und Klaus Harrach, Tel.: 02551-4439.
Das Forum sucht einen Techniker, der Michael Barsch unterstützen kann, darüber hinaus einen motivierten weiblichen oder männlichen Interessenten, der/die bereit wäre, den Vorsitz zu übernehmen. „Es sind keine Vorkenntnisse erforderlich, die Vorstandsmitglieder unterstützen bei der Vereinsführung auf jeden Fall tatkräftig“, betont Bartsch.
Der Titel des medizinischen Vortrags lautete „Qi-Gong und Taiji bei Bewegungsstörungen.“ Dozentin war das Fördermitglied Silvia Strauch, die eine Naturheilpraxis für traditionelle chinesische Medizin (TCM) in Emsdetten betreibt. Sie erläuterte eine asiatische Sichtweise auf die Parkinson-Erkrankung und die therapeutischen Aspekte von Qi-Gong und Taiji zur Unterstützung des Wohlbefindens. Aus westlicher Perspektive sterben bei Parkinson-Patienten Nervenzellen, die Dopamin herstellen, ab. Dies kann zu Bewegungsarmut oder sogar Bewegungslosigkeit führen, erläuterte Silvia Strauch. Es herrsche ein Ungleichgewicht zwischen den Neurotransmittern Acetylcholin und Dopamin. Die Folge daraus seien Zittern (Tremor) und die Unfähigkeit, Muskelgewebe richtig zu koordinieren. Aus östlicher Perspektive hängt bei der Parkinson-Erkrankung alles mit der Leber und dem so genannten Leberwind zusammen.
Silvia Strauch erklärte, dass Qi sich am ehesten mit „Lebensenergie“ übersetzen lässt. Qi gilt in der chinesischen Medizin als belebende Kraft, die sämtliche Lebewesen durchströmt. Auch die Natur, Blumen und Bäume, werden gleichermaßen von Qi durchströmt.
Qi-Gong ist eine chinesische Meditations-, Konzentrations- und Bewegungsform zur Kultivierung von Körper und Geist. Taiji ist eine chinesische Kampfkunst und Bewegungslehre für besseres Wohlbefinden. „Die sanften Bewegungen bieten sowohl körperliche als auch geistige Vorteile“, so die Expertin. Dazu gehören die Verbesserung des Gleichgewichts und der Mobilität, die Reduzierung des Sturzrisikos, die Linderung motorischer und nicht-motorischer Symptome sowie die Steigerung des allgemeinen Wohlempfindens. „Die Verbindung von bewusster Atmung, Konzentration und Bewegung kann die Lebensqualität steigern“, erläuterte Silvia Strauch. Sie bezeichnete Qi-Gong und Taiji als „wirksame, ergänzende Therapie.“ Es sei ratsam, Kurse bei zertifizierten Ausbildern zu besuchen, die Erfahrungen in der Arbeit mit neurologischen Erkrankungen haben. „Wie bei jeglicher Form von Bewegung ist die Integration in den täglichen Ablauf entscheidend für den Erfolg“.
Referentin und Naturheilpraxis-Betreiberin Silvia Strauch informiert über unterstützende Therapie durch Qi-Gong und Taiji.
Hagen Libeau (Vorstand), Marget Hartwig (Pressewartin), Heinz Trindeitmar (Veranstaltungs-Anmeldungen), Silvia Strauch (Naturheilpraxis) und Michael Bartsch (Vorstand)
Das auf den Vortrag konzentrierte Publikum.
(Text und Fotos: Rainer Nix)







